Sonntag, 26. Juli 2015
Regen ist nass
Es geht mir schlechter. Vielleicht liegt es am Regen, der mit lauten Fingern gegen mein Fenster prasselt und um Einlass bittet oder an der Kerze die vor dem Bild meines toten Opas flackert oder an der traurigen Musik die über mein Handy läuft. Wer weiß? Auf jeden Fall habe ich Angst, es ging mir die letzten Wochen so gut, ich habe die Dämonen nicht an mich ran gelassen und jetzt stehen sie wieder vor mir und versuchen mich wieder in die Leere zu ziehen. Ich war damals kurz vorm sterben und dabei möchte ich doch leben. Ich hab so eine Angst. Es kommt alles wieder, Ana, Mia und die Depressionen. Ich will schreien und mich einsperren, doch sie finden mich egal wo ich bin. Warum kann ich denn nicht das gesunde und hübsche Mädchen von nebenan sein? Nein, ich bin die grüblerische, traurige 'Kumpeline' die gesehen und im nächsten Moment vergessen wird. Aber ich möchte endlich wieder Liebe, möchte Küsse und Lachen. Ich muss es schaffen dünn zu werden ohne das mein Geist dabei kaputt geht. Es wird schwer, aber es muss machbar sein. Bei Regen werde ich immer melancholisch (eins meiner Lieblingswörter). Was? Was was - Regen ist nass.

Das schmerzhafteste was ich durch die Depression verloren habe, waren meine Geschichten. Ich habe seit über einem Jahr eine Schreibblockade und schaffe es zwar Figuren zu erschaffen und einen Anfang zu schreiben, doch dann verlässt mich meine Fantasie. Früher war das anders, ich konnte so toll schreiben. Kindergeschichten, Fantasiegeschichten... alles. Es hat mir einfach Spaß gemacht und kam immer flüssig aufs Papier. Und heute? Jedes Wort quält mich, denn es ist nicht das richtige. Meine Sätze wirken, als seien sie von einer vierjährigen geschrieben worden und meine Handlungen sind lachhaft. Ich hoffe, dass ich das Schreiben nicht für immer verloren habe. Es war das einzige, was ich immer an mir geliebt habe.

Er breitete seine Arme aus und zuckte mit den Schultern. Flora lächelte leicht. "Du bist dumm", sagte sie, doch ihr Lächeln wurde breiter. "Ich weiß", Henry nickte ernst und ging langsam auf Flora zu. "Aber ich weiß auch, dass du deine Augen nicht von mir lassen kannst, deine Gedanken kreisen vierundzwanzig Stunden um mich und weißt du auch warum?", er war nun fast bei ihr angekommen. Flora wurde rot und drehte sich weg. "Henry, du redest Unsinn". Sanft berührte seine Hand ihre Wange und er zwang sie in seine Augen zu schauen. "Und weißt du auch warum?", er klang heiser. "Weil du mich liebst", beantwortete er seine Frage und seine Lippen fanden die ihren.

Naja ich bin erstmal fertig für heute, nachher gehts noch mit Oma und Cousinchen in die Stadt und heute Abend bau ich mir noch einen und schau ein paar Folgen Doctor Who.

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